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Babyschlaf während der Entwicklungsschübe

Foto eines Säuglings, der auf dem Bauch liegt und aufmerksam einen grünen Spielzeugwürfel mit Zahlen betrachtet. Der Mund des Babys ist voller Staunen und Konzentration leicht geöffnet. Es trägt einen gemusterten hellblauen Strampler auf einem weichen, blassgrünen Hintergrund. Mehrere andere hellgrüne und gelbe Holzklötze mit Buchstaben und Zahlen (wie 'f', '5', 't', '3') sind um das Baby herum verstreut. Der intensive, fokussierte Gesichtsausdruck und das Erkunden der Gegenstände mit Händen und Augen verdeutlichen die gesteigerte Neugier und die kognitiven Entwicklungssprünge, die oft die Schlafphasen stören.

Warum schlafen Babys in Entwicklungsschüben plötzlich so unruhig?

Während eines Entwicklungsschubs verarbeitet dein Baby rasant neue körperliche und mentale Fähigkeiten. Da diese Entwicklung überwiegend in den Leichtschlafphasen stattfindet, schlafen Babys oberflächlicher, wachen schneller auf und haben oft einen gesteigerten Nährstoffbedarf.

Entwicklungsschub-Tabelle: Was beim Schlafen typisch ist

Während eines EntwicklungsschubsNormaler Schlaf außerhalb eines Schubs
Oberflächen-Schlaf, mehr LeichtschlafTiefere Schlafphasen, mehr Tiefschlaf
Öfter wachwerden, bereits jede Kleinigkeit reichtLängere, stabilere Schlafphasen
Tagesschlaf nur 30 Minuten am StückRegelmäßige, längere Tagesschlafphasen
Tagesschlaf komplett verweigertTagesschlaf wird angenommen
Nächtliches ruhiges Wachsein (ohne Weinen)Weniger nächtliche Wachphasen
Baby übt neue Fähigkeiten (Robben, Krabbeln, Stehen, Laufen)Keine motorischen Übungsphasen in der Nacht
Gestillte Babys wollen öfter an die BrustNormaler Stillrhythmus
Längere Wachphasen am Abend, Kind ist noch nicht müdeGewohnte Einschlafzeiten, Kind ist müde

Was im Gehirn des Babys passiert

Kinder wachsen und das sehr schnell. Aber laut einer groß angelegten niederländischen Studie, die mittlerweile auf der ganzen Welt ihre Bestätigung fand, tun Kinder das nicht stetig und gleichmäßig, sondern schubweise. Dabei entwickeln sie sich in diesen Phasen sehr rasant, sowohl körperlich als auch mental und dies hat oft eine negative Auswirkung auf deren Schlafverhalten. Aber warum eigentlich?

Bei Labormessungen haben Forscher in den Entwicklunsschüben immer einen enormen Anstieg in Gehirnaktivität der Babys registrieren können. Millionen neuer Neuronenverbindungen bilden sich in dieser Zeit und so kommt es, dass Kinder teilweise über Nacht z.B. weiter sehen, ihre Bewegungen kontrollieren oder auch Zusammenhänge verstehen können. Kein Wunder, dass die Schlafqualität in dieser Zeit leidet, zumal die ganze mentale Entwicklung ausschließlich im Schlaf und das auch noch in der Leichtschlafphase statt findet.

1. Mehr Gehirnaktivität = mehr Leichtschlaf

Praktisch bedeutet es, dass die Tiefschlafphasen in den Schüben kürzer werden, Kinder befinden sich viel mehr im Leichtschlaf und schlafen somit insgesamt oberflächlicher. Dies führt dazu, dass sie öfter wach werden, weil bereits jede Kleinigkeit der Grund dafür sein kann. Oft fangen Kinder in den Entwicklungschüben damit an, am Tag nur 30 Minuten am Stück zu schlafen und man kann rein gar nichts dagegen unternehmen. Genauso kann es passieren, dass die Kleinen den Tagesschlaf komplett verweigern und auch das ist eher normal.

2. Nächtliches Üben neuer Fähigkeiten

Das Ergebnis dieser rasanten Entwicklung ist meist eine neue Fähigkeit (oder auch mehrere). Und ob robben, krabbeln, stehen oder laufen - sie alle müssen ausgiebig geübt werden und das natürlich mit Vorliebe in der Nacht:) Auch das ist ein guter Grund für unruhige Nächte und kurze Schläfchen am Tag. Häufig sind Kinder in diesen Phasen einfach eine längere Zeit mitten in der Nacht wach, sind dabei eher ruhig, finden jedoch nicht in den Schlaf. Und auch da bleibt es den Eltern nichts anderes übrig, als abzuwarten, bis das Kind genug geübt hat und es endlich sehr gut kann, dann wird die Unruhe sich von selbst legen.

3. Gesteigerter Nährstoffbedarf

Und noch ein guter Grund für schlaflose Nächte: insbesondere gestillte Babys neigen in den Entwicklungsschüben dazu, häufig wach zu werden und wollen öfter als sonst an die Brust. Kein Wunder, denn sie wachsen sehr intensiv und brauchen mehr Nährstoffe. Durch das häufige Anlegen stellt sich die Milchproduktion bei der Mama um, indem sich sowohl die Menge als auch die Zusammensetzung der Milch zum Ende dieser Phase an den gestiegenen Bedarf des Babys anpasst.

Der Schlaf entwickelt sich mit

GUT zu wissen: auch der Schlaf entwickelt sich während der Entwicklungsschübe mit und so ist es völlig normal, dass Kinder zum Ende eines Schubes plötzlich länger am Stück wach bleiben können als zuvor. Wenn man das Kind also zur gewohnten Zeit hinlegt, ist es noch nicht müde und braucht länger zum Einschlafen - auch das ist ein Teil der Entwicklung.

Schlafcoaching während eines Entwicklungsschubs: Geht das?

Sicher fordern diese Entwicklungsphasen von den Eltern immer viel Geduld und Ausdauer ab, aber wenn man weiß, dass jede Phase irgendwann zu Ende ist, fällt es einem doch einfacher, Verständnis dafür aufzubringen und durchzuhalten.

Grundsätzlich ist es mit mehr Problemen verbunden, wenn man gerade etwas an dem Schlafverhalten seines Babys zum positiven ändern möchte und ein Entwicklungsschub kommt einem dabei in die Quere. Dabei kenne ich mittlerweile genug Beispiele, wo Kinder mit 6 oder 8,5 Monaten anfingen, in der Nacht durchzuschlafen, weil man an der Einschlafsituation etwas verändert hat und das obwohl sie vorher nachts durchgehend nur mit der Brust einschlafen konnten und sich gerade mitten im Schub befanden.

Der beste Zeitpunkt mit dem Schlafcoaching anzufangen ist jedoch nach wie vor in der 27. Woche nach dem errechneten Entbindungstermin - > ganze 6 Wochen Schubfrei:)

Häufige Fragen (FAQ)

Sollte ich während eines Schubs mit dem Schlafcoaching beginnen?
Grundsätzlich ist es einfacher, Schlafveränderungen außerhalb eines Schubs anzugehen. Der ideale Zeitpunkt ist oft die 27. Woche nach dem errechneten Entbindungstermin, da hier eine längere schubfreie Phase von etwa 6 Wochen ansteht.
Warum ist mein Baby nachts stundenlang wach, weint aber nicht?
Das ist sehr typisch für Entwicklungsschübe. Babys nutzen diese ruhigen Wachphasen in der Nacht oft, um neue Fähigkeiten wie Krabbeln, Robben oder Stehen mental und körperlich zu üben.
Kann ich während eines Entwicklungsschubs etwas gegen den kurzen Tagesschlaf tun?
Nicht wirklich. Oft schlafen Kinder in Schüben nur 30 Minuten am Stück oder verweigern den Tagesschlaf ganz. Das ist normal und geht vorbei, sobald der Schub abgeschlossen ist.
Verändert sich der Schlafrhythmus nach einem Entwicklungsschub?
Ja. Oft können Kinder nach einem Schub länger wach bleiben als zuvor. Wenn du es zur gewohnten Zeit hinlegst, ist es möglicherweise noch nicht müde – auch das ist Teil der Entwicklung.
Irina Kaiser - Babyschlafexpertin und Stillberaterin

Über die Autorin

Irina Kaiser ist Schlafexpertin, Stillberaterin und Mama von zwei Kindern. Seit 2017 steht sie mit ihrem umfangreichen Wissen und Erfahrung müden Eltern zur Seite auf ihrem Weg zu einem entspannteren Familienleben, ohne Schlafentzug. Ihre Online-Kurse sind bekannt für ihren sanften und bedürfnisorientierten Ansatz und haben bereits Tausenden von Familien geholfen, mehr Schlaf zu bekommen.

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